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Burkhard von Hohenfels, ›Ein blic, ein wanc‹ (C 79 80 81) Lied zurückDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Burk 79 80 81

Kommentar

Überlieferung: Das Lied ist unikal in Handschrift C überliefert.

Form: Einfache Stollenstrophe mit Zweiheberterzinen. .2a .2b .2c / .2a .2b .2c // 3-d .2e .2e .3-d. Zu den Zweiheber­versen, die vielleicht von romanischen Mustern angeregt wurden, vgl. Ranawake, S. 253-255. Aufgrund der Kürze der Verse überquert die Satzsyntax durch Enjambements oft die Versenden. In allen drei Strophen wird zudem die Grenze von Auf- und Abgesang syntaktisch durchbrochen. Durch diese Mittel gerät der Satzsinn in bemerkenswerte Spannung zur Metrik, besonders in der aus einem Satz bestehenden Strophe III.

Inhalt: Minnelied. Die durch die zweihebigen Verse unterstützte extreme Abbreviatur der Sprache verleiht dieser eine außergewöhnliche Prägnanz; das Lied wird so gleichsam zu einem Stenogramm einer minnesangtypischen Liebesfixierung. Der Blick und das Fortblicken der Frau bringen dem Ich erst Freude, dann Leid (I). In Strophe II wird der muot des minneaffizierten Subjekts zunächst mit einem die Lockspeise anfliegenden Falken verglichen, dann metaphorisch mit diesem und seinem kühnen und schnellen Flugverhalten gleichgesetzt. Die Fixierung des muotes auf die Frau wird so in falknerischer Terminologie als Sturzstoß auf ihr Herz umschrieben. Der muot oder die Gedanken als Falken ist ein von Burkhard öfter gewähltes Bild (vgl. C Burk 40, 43f., 50–52). In Strophe III wird es wieder aufgenommen: Die Frau erweist sich als Falknerin, die zur Verwunderung vieler Leute den einst wilden und (noch) nicht zahmen Herzenssinn des Verliebten wegtragen kann, ohne dass dieser zurückzuckt.

Sprachlich schwierig ist I,6f., obwohl der Sinn der Verse ungefähr klar ist. Wachinger, S. 691, erwägt, die Wendung entweder als Sperrung von enzwei durch ein eingeschobenes eben oder als Zusammenziehung von in eben zwei [teil] zu lesen (so auch Klein, S. 329). In beiden Fällen bedeutete das etwa das Gleiche: der Blick der Frau zerreißt das Freudenkleid in zwei gleiche Teile. Vielleicht aber ließe sich enneben als direktionales Adverb verstehen (allerdings ist das Wort in dieser Funktion nur mit ûz oder abe belegt); dann würde die Blickwendung der Frau das Freudenkleid zur Seite reißen. Ganz auflösen lässt sich dieses sprachliche Problem wohl nicht.

Markus Stock

Gehört zur Anthologie: Minne- bzw. Werbelied
 C Burk 79 = KLD 6 XVIII 1Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 113r
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 I
 
 C Burk 80 = KLD 6 XVIII 2Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 113r
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 II
 
 C Burk 81 = KLD 6 XVIII 3Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 113r
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 III
 
 
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