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Dietmar von Aist, ›Der winter were mir ein zit‹ (C 17 18)Lied zurückLied vorDrucker

Kommentar

Überlieferung: Während B und C unter Dietmar von Aist einen zweistrophigen Wechsel überliefern, bringt die erste Veldeke-Sammlung in A (Heinrich von Veltkilchen) mit einer zusätzlichen Strophe ein dreistrophiges Lied. Die Forschung tendiert dazu, den Wechsel Dietmar zuzusprechen, die Autorschaft aller Strophen ist jedoch letztlich ungeklärt.

Der Ton stimmt überein mit B Veld 46 et al. – dass beide Lieder inhaltlich ähnlich sind, hat die Diskussion um eine Autorschaft Dietmars, Veldekes oder eines Nachdichters befeuert (vgl. von Kraus, S. 86–89) – sowie mit A Leut 12–14/B Rugge 1-4/C Reinm 194–197/C Rugge 13–16. Den gleichen Bau weist außerdem das mit Melodie überlieferte ›Lerchenlied‹ Bernarts de Ventadorn auf (vgl. Spanke, S. 203f.). Grundsätzlich ist eine Strophenform, die – bei verschiedenster Kadenz- und Reimgestaltung – auf acht vierhebigen Kurzversen basiert, in der mittelalterlichen deutschen Lyrik überaus gängig (Übersicht bei Touber, S. 65–67). Unter Veldeke findet sie sich mehrfach, unter Dietmar ein weiteres Mal (A Veld1 8–10/B Dietm 7–11/C Dietm 7–11).

Form: .4a .4b / .4a .4b // .4c .4d .4c .4d

Die drei Strophen sind mit durchgängigem Auftakt und  männlicher Kadenz einheitlich gestaltet (vgl. A Veld1 8–10 et al. und Ipsen, S. 347). Anstelle der Assonanzen in A und B bringen C I,3 und C II,4 reine Reime (zu den formalen Eingriffen des C-Schreibers vgl. Henkes-Zin, S. 181). Mit lip in B I,4 schafft B ein rein reimendes Reimpaar (wip/lip) und weicht damit vom Reimschema ab. Die Reimpunkte in B und C markieren die Versgrenzen. In A II fallen die Reimpunkte mit dem Ende von Aufgesang und Abgesang zusammen, in A I und III lassen sie kein Prinzip erkennen.

Inhalt: Im Mittelpunkt jeder Strophe steht der Liebesschmerz, in allen drei Strophen bezeichnet ihn das Wort senen (I,4, II,2, III, 4). Insgesamt fällt die »Häufung des kondizionalen Ausdrucks« (Becker, S. 88) auf, wobei die Darstellung in II eher durch die Fragen (II,1f., II,7) und den Ausruf (II,5f.) geprägt ist, während I und III durch den Konjunktiv bestimmt sind: I imaginiert dabei eine wunnecliche zit, III eine groziu not. Die zweite und die dritte, nur in A überlieferte Strophe sind beides Frauenstrophen, die sich hinsichtlich der Darstellung merklich voneinander unterscheiden. Nimmt man einen Liedzusammenhang an, wirken beide als Gegenstück zu I. Mit Blick auf die Vortragssituation deutet daher Ipsen, S. 351 und S. 410f., Str. III als »Auswechselstrophe« zu II.

Simone Leidinger

 C Dietm 17 = MF 35,16Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 65ra
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 C Dietm 18 = MF 35,24Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 65ra
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