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Ulrich von Liechtenstein, ›Flu̍ch, flu̍ch, truren, von uns verre‹ (C 279–285) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Kommentar

Überlieferung: C und L überliefern die sieben Strophen parallel.

Form: 4-a 3-b / 4-a 3-b // 2-b 4-c 3-c

VII,7 besitzt einen Auftakt.

Inhalt: Die Kanzone präsentiert ein unproblematisches Konzept hoher Minne und führt Didaxe, allgemeinen und spezifischen Frauenpreis zusammen.

Spielerisch wird in Str. I ein Natureingang angedeutet: Das Ich spricht für uns und fordert das personifizierte truren auf, aus dem Land zu fliehen, denn sein rehter herre komme bald; der ist hier nicht der Sommer, sondern der hohe[] muͦt selbst (I,3). Stimmung und standesgemäßes Verhalten sind eng verbunden. So wirft das Ich dem truren vor, dass es niemandem zur Ehre gereicht. Den hôhen muot dagegen personifiziert das Ich in Str. II als Ratgeber: Er ist aller tugenden lere (C II,3) und lehrt den richtigen Dienst an Frauen, wodurch er ere bringt von wibes guͤte (C II,1f.). hôher muot und Frauendienst bedingen einander somit. Mit Str. III übernimmt das Ich selbst die Ratgeberrolle. Es rät den Damen zur inneren Schönheit, nämlich dazu, sich mit guͤte und stæte zu schminken, da sie so ihre eren mit Farben richen können, die nie verderben (L III, 3–7; die C-Überlieferung ist wohl verderbt). Anklingend an Walther L 63,20, zieht das Ich in Str. IV Kleidungsmetaphorik heran: Wib unde frowen in einem Gewand sieht man gerne (C IV,1f.). wiplich Verhalten ist wie oft bei Ulrich eine Qualität, die hier präzisiert wird als guͤtlich guͤten / unde ir eren huͤten (C IV,6f.). Mit Str. V tritt das Ich zum ersten Mal deutlich hervor. Sein allgemeiner Preis von [g]uͦten wiben (C V,1), denen es beständig dienen möchte und bei denen es seine ganze ere sieht (C V,6), leitet über zum spezifischen Frauenpreis in Str. VI und VII. Hier stehen hôher muot und Dame nicht mehr im wechselseitigen Verhältnis, sondern die Geliebte ist für das Ich der froͤiden lere (C VII,7). Das Verb gelîchen (vgl. VI,6) transportiert dabei zwei Bedeutungen: einmal, dass das Ich nicht so vorbildlich sein kann wie die Dame, einmal, dass es ihr nicht vollständig gefällt. Bildlich werden Dame und Ich jedoch eng verschränkt: Die Dame ist im muͦte (C VI,6) des Ichs und lässt auf dem Grund seines Herzens hohgemuͤte blühen. Wie Str. I beginnt somit auch die letzte Strophe mit einer Jahreszeitenanspielung.

Simone Leidinger

 C Liecht 279 (268) = KLD 58 LIII 1Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 245vb
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 I
 
 C Liecht 280 (269) = KLD 58 LIII 2Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 245vb
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 II
 
 C Liecht 281 (270) = KLD 58 LIII 3Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 246ra
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 III
 
 C Liecht 282 (271) = KLD 58 LIII 4Zitieren
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 IV
 
 C Liecht 283 (272) = KLD 58 LIII 5Zitieren
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 V
 
 C Liecht 284 (273) = KLD 58 LIII 6Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 246ra
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 VI
 
 C Liecht 285 (274) = KLD 58 LIII 7Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 246ra
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 VII
 
 
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