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Gottfried von Neifen, ›Was froͤit mich der vogelin guͤte‹ (C 120–124) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Neif 120–124

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: 4-a 5b / 4-a 5b // 4-a 4-a 5b

Inhalt: Als Fehler oder parodistischer Stilbruch (vgl. insbesondere Str. V) kann die ungeschickte Verarbeitung der Motivik wahrgenommen werden, die der Frau eine aktive Rolle zuweist und die sexuelle Ausrichtung der Minnekanzone unterstreicht. Zu den zahlreichen Verbesserungsversuchen der Forschung vgl. von Kraus, S. 127–129.

Im Natureingang steht die guͤte der Geliebten (I,5), die dem Ich die Freude raubt, in ungewohnter Analogie zu der vogelin guͤte (I,1), die ihm keine Freude zu geben vermag. Das Ich imaginiert in Str. II den roten Mund der Geliebten als Heilmittel für seine Minnewunde. Der Dienst Ichs bleibt dabei im Konjunktiv, während das (gleichwohl bloß erwünschte) wort (II,5) der Geliebten in II,7 als wörtliche Rede wiedergegeben wird, was sie aktiv wirken lässt. Str. III schließt hier direkt an und führt weiterhin im Konjunktiv den Eindruck der weiblich aktiven Rolle weiter: Ihr Gruß aus rotem Mund, der Sorgen vertreiben kann, wird gesteigert im erfolgversprechenden Lachen, und ihr minnekliches twingen an die brust (III,5f.) ist nicht schon Ziel an sich, sondern sie kann damit das Ich an die stat bringen, wo es die Liebe froͤwen muͦs (III,7). Auf die weibliche Fähigkeit, sende sorge (IV,4) in Freude zu verwandeln, zielt auch das zunächst allgemeine, dann spezifische Frauenlob der Str. IV. Die »geschraubte Wendung« (Uhl, S. 176) im letzten Vers – das Ich bittet die Frau, die Freude von der Sorge zu vertreiben – ist möglicherweise verderbt (vgl. den Konjekturvorschlag durch von Kraus. Zum dritten und letzten Mal im Liedzusammenhang greift Str. V das Motiv des roten Munds auf, nun in Analogie zum Ich: Dem roten Mund der Geliebten entspricht farblich die Röte des Ichs (vgl. V,7), das zudem nun statt ihrer (vgl. III,3f.) selbst froͤlich (V,5) lacht. Die sexuelle Motivik und die Semantik vom ›erkrachenden‹ Herzen (vgl. zum vor Freude ›krachenden‹ Herz auch C Neif 170 sowie Uhl, S. 177, zum sonst »edlen Sinne« des Motivs, das hier eine »derbkomische, ja fast beängstigende Wirkung« erzielt) lassen das Lied nahezu als Kalauer der gegenseitigen Liebe enden.

Simone Leidinger

 C Neif 120 = KLD 15 XXIX 1Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 38rb
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 I
 
 C Neif 121 = KLD 15 XXIX 2Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 38rb
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 II
 
 C Neif 122 = KLD 15 XXIX 3Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 38rb
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 III
 
 C Neif 123 = KLD 15 XXIX 4Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 38rb
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 IV
 
 C Neif 124 = KLD 15 XXIX 5Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 38va
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 V
 
 
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