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Rubin, ›Doh muͦsten si sih scheiden do‹ (C 56 57 58 59 60) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Kommentar

Rubins Tagelied ist in A und C in kaum voneinander abweichendem Wortlaut überliefert, allerdings bietet A am Ende eine Strophe mehr (VI).

Die Stollenstrophe mit dem Schema .4a .4a .2b / .4c .4c .2b // .5d (.)6d 6d ist in den Handschriften, besonders in A, mit einigen Abweichungen überliefert: unterfüllter Vers AC II,8, A III,2, C III,9, A IV,7.8, A VI,4.7; überfüllter Vers A IV,9, A VI,3. Die Inquit-Formeln in I,7, IV,7, A VI,7 bilden entweder einen zweisilbigen Auftakt oder eine zusätzliche Hebung.

Die konventionellen Tagelied­motive (Klage über den Wächterruf, Weinen der Frau, Verleugnen des Tagesanbruchs, letzte Zärtlichkeiten, Verpflichtung zur tougen minne) reißt das Lied nur knapp an; Schilderung steht ganz im Hintergrund. Stattdessen vertieft das Lied die Bildlichkeit des Herzens-Inneren (I: Frau bittet um Herrschaftsgewalt in seinem Herzen; II: Mann gesteht ihr das zu; III: Herzens­tausch). In der zweiten Liedhälfte schließt sich das Bekennen der Figuren zu Liebe und Liebesschmerz an (III: Herzenstausch soll zum Streben nacheinander in steter liebe [C] / steter kele [A] führen; V: Dienstversicherung des Mannes; VI: Bekenntnis zum leit mit liebe tragen seitens der Frau). Diese dominante Innerlichkeit hat ihren Ort in den dialogischen Figurenreden, die in sämtlichen Strophen im Abgesang kulminieren.

Sonja Glauch

 C Rubin 60 = KLD 47 XX 5Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 174ra
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