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Hugo von Werbenwag, ›Wol mich hu̍te unde iemer mere‹ (C 1–7) Lied vorDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Werb 1–7

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: 4-a 5b / 4-a 5b // 5c 6c 8c

Die Kadenz in III,1 und III,3 ist durch Apokope einsilbig voll.

Inhalt: Thematisch und bildlich ist dieses Gedankenspiel klar gegliedert: Drei Strophen bringen Naturbildlichkeit, in drei weiteren kündigt das Ich einen Gerichtskampf gegen die Geliebte an; auffällig sind die Handgreiflichkeiten zwischen Ich und Dame (vgl. V,6f.) und die konkreten Nennungen von ku̍nig Kuͦnrat (VI,1) und dem ku̍nige us Du̍ringen lant (VI,6), welche die abschließende Frauenstrophe aufgreift.

Mit dem Natureingang setzt sich ein Ich, das noch nie trost an herzeliebe vant (I,7), in Kontrast zur allgemeinen Freude. (Die Anrede des Sommers in I,2 wertet von Kraus als Fehler.) In Str. II gibt das Ich an, Freude am Sommer haben zu können, wenn die Geliebte ihm denn Liebesfreude in Aussicht stellen würde. Folgerichtig sind Wangen und Mund der Geliebten in Str. III [r]osenrôt (III,1), was Natur und Dame bildlich miteinander verknüpft. Ab Str. IV beklagt das Ich, dass die Dame das gegenseitige Dienstverhältnis verletzt habe (klagen erhält hier eine reizvolle rechtliche Doppelbedeutung, vgl. Herberichs, S. 350f.). Daher kündigt es an, vor Gericht zu ziehen, und zwar bis vor König oder Kaiser. In Str. V kippt das Lied dabei ins Schwankhafte: Das Ich droht der Dame einerseits Schläge an und fürchtet andererseits, es könne durch sie bei einem Kampf zu Tode geschlagen werden. Das Ich konkretisiert in Str. VI die Gerichtssituation, indem es den Namen des Königs, Kuͦnrat (VI,1), nennt – gemeint ist Konrad IV., der Sohn keiser (IV,3) Friedrichs II. – sowie den jungen ku̍nige us Du̍ringen lant (VI,6), also den Gegenkönig Heinrich Raspe IV. Es steigert diese weltlichen Gerichtsinstanzen mit dem Papst. Den Abschluss des Lieds macht eine Frauenstrophe, in der die Dame das Ich zu weiterem Dienst auffordert und deutlich macht, dass ein Gerichtskampf sein Ziel verfehlt; dass die Dame des muͦtes fri (VII,7) ist, ist dabei doppeldeutig: Zum einen kann es meinen, dass die Sprecherin keinen Gerichtskampf anstrebt, zum anderen, dass sie über ihren muͦt frei verfügen kann.

Simone Leidinger

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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 252va
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 252va
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 VII
 
 
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