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Ulrich von Winterstetten, ›Sumer, diner lieben ku̍nfte‹ (C 60 61 62 63 64)Lied zurückLied vorDrucker

Überlieferung

C Wint 60 61 62 63 64

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: Kanzone mit Refrain. Metrisches Schema:

4-a 4b / 4-a 4b // 4-c 4-c 4-c 4b .4-d .4-d .4-e .4-e 7-f 7-f 7-f 7-f //R 4g .7g

Der Ton ist der längste im Korpus, wobei – im Vergleich zur Verszahl – die minimale Kürze von Aufgesang und Refrain auffällt. Von der Form war offenbar auch der C-Schreiber irritiert, wenn man seine unsichere Majuskel-Setzung in der ersten Strophe (I,5. 9) als entsprechendes Indiz werten darf. Neben der Länge ist auch der Rhythmuswechsel im Ton bemerkenswert, der vor allem durch die Auftaktpartie im Abgesang eingetragen wird. Formal werden die Strophen von Responsionen aneinander gebunden: I,2. 4. 8 zu IV,2. 4. 8; II,5. 6. 7 zu V,9. 10; III,2. 8 zu IV, 11. 12; III,14 zu IV,1.

In I,13 ist der Reim korrupt oder zumindest sehr unrein, III,10 und IV,12 beginnen mit schwebender Betonung, IV,16 beugt am Versanfang leicht den Ton, was aber nicht schlecht zum adversativ-ernüchternden Schluss des Frauenpreises in dieser Strophe passt.

Es überwiegt, wenn man von V,5 absieht, regelmäßige Alternation. Einige Stellen wären im Vortrag leicht alternierend zu lesen: vogel (I,6), red’ (II,12), hab’ (III,2), sôst (IV,3. 8), ab (IV,4), gegen > gen/gein (V,8).

Inhalt: Minneklage in lose komponierter (anders Dartmann, S. 148: »formal wie inhaltlich streng durchkomponiert«) Strophenfolge. Nach einem sommerlichen Natureingang (Mai) gibt das Ich seinen Kummer kund, den ihm die Leute nicht glauben mögen; er beruft sich auf seine Hoffnung (I). Der Mai hilft dem minnewunden Ich nicht, Minne und Minnedame versehren ihn (II). Sie würdigt ihn keines lieben Blickes, schenkt ihm keinen Gruß (III). In ihrer Schönheit (Frauenpreis) liegt zugleich die Gefahr (IV). Das Ich bezichtigt sie der Sünde und mangelnder Treue, weil sie ihm Lachen und Gruß vorenthält (V). Ob man das zur Mitte des Liedes platzierte in ir gruoze sterben (III,7) als Allusion auf den ›kleinen Tod‹ nehmen darf, der als Konzept in der mittelalterlichen Dichtung schwer zu greifen ist, steht dahin; die thematische Konventionalität des Liedes erhielte davon eine obszöne Pointe.

Intertext: von Kraus, S. 583 bringt einige Similien bei, die aber unspezifisch sind.

Florian Kragl

 C Wint 60 (54) = KLD 59 XIV 1Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 90va
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 I
 C Wint 61 (55) = KLD 59 XIV 2Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 90vb
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 II
 C Wint 62 (56) = KLD 59 XIV 3Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 90vb
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 III
 C Wint 63 (57) = KLD 59 XIV 4Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 90vb
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 IV
 C Wint 64 (58) = KLD 59 XIV 5Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 91ra
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 V
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