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Ulrich von Winterstetten, ›Sumerlichu̍ wunne‹ (C 101–105) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Wint 101–105

Kommentar

Überlieferung: unikal in C. Die fünfte Strophe ist nur zur Hälfte erhalten, die Überlieferung scheint an einigen Stellen gestört zu sein.

Form: Kanzone mit Refrain. Metrisches Schema:

3-a 4b 2c+2d / 3-a 4d 2b+2c // 1+e+1f+.2-g 4-g 2f+2e //R 4h 2-i+2-i+2h

Der Bau des Tons ist komplex. Zwischen den Stollen kommt es zum Reimtausch, der einen Widerhall findet im Chiasmus der ef-Reime in V. 7 und 9. Die partiellen Reimhäufungen bedingen einen »ungemein reizvoll bewegte[n] Rhythmus« (von Kraus, S. 588), dessen regelmäßige Alternation (mit gebote, II,8; als, II,9) immer wieder durch die Kollision von männlichen Kadenzen (wo sie nicht wie in III,6 zweisilbig sind) mit auftaktlosen (Teil-)Versen gestört wird. Ob der erste Reimklang in V. 7 in der Senkung steht oder ob von Doppelmoren auszugehen ist, kann nicht entschieden werden (vgl. den Kommentar zu C Wint 4).

Ein vielleicht nur schriftbedingtes Problem ist der Ansatz von Binnenreimen. Der Ton widersetzt sich in diesem Punkt einer einfachen analytischen Aufschlüsselung, insofern mehrere gängige Kriterien für die Annahme von Binnenreimen gleichsam partiell erfüllt werden: Die Zusammenziehung der zweihebigen Verse bringt ungefähre Verssymmetrie, ›echte‹ Schlagreime (zweite und dritte Silbe V. 7; oder Senkungsreim?) stehen neben häufigeren ›unechten‹ (Reime in dichter Folge, doch nicht unmittelbar hintereinander), in R,12 sind die zweihebigen Elemente im Vers gebunden, während sie in den Stollen durch Reimtausch auch Endreimposition besetzen, sodass einige Reimklänge zwischen Versinnerem und Versende changieren. Die Edition folgt hinsichtlich der Versgrenzen dem Vorschlag von KLD schlicht aus Gründen der Übersichtlichkeit, die bei sehr vielen sehr kurzen Zeilen sonst litte.

Inhalt: Optimistische Minneklage. Gegen den sommerlichen Natureingang (I) steht die Trauer des Ichs, das unter dem Zwang der Minne und der Geliebten bzw. von deren Schönheit (metonymisch: ihr lieber Mund) steht (II). Abstrakt und im Modus des Oxymorons verbinden sich ihre vom Ich wahrgenommene Schönheit und seine Not, sie scheinen – den Natureingang relativierend – nicht an Jahreszeiten gebunden (III). Im rhetorischen liep-Spiel fleht das Ich die Liebe(n) an, es ist von ihr gefesselt (IV). Im Frauenpreis (V) bricht das Lied ab. Der Refrain artikuliert den Zwang, unter dem das Ich steht, gibt dem Lied aber zugleich eine heitere Note, weil er nicht die Not, sondern die Verwirrung betont, die die Geliebte beim Ich auslöst.

Florian Kragl

 C Wint 101 (94) = KLD 59 XXV 1Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 92vb
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 I
 
 C Wint 102 (95) = KLD 59 XXV 2Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 92vb
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 II
 
 C Wint 103 (96) = KLD 59 XXV 3Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 92vb
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 III
 
 C Wint 104 (97) = KLD 59 XXV 4Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 92vb
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 IV
 
 C Wint 105 (98) = KLD 59 XXV 5Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 92vb
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 V
 
 
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