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Konrad von Würzburg, Ich solt aber singen von den rosen rot
C KonrW 52
IC KonrW 52 = Schr XIX 1; RSM ¹KonrW/2/1-3
C KonrW 53
IIC KonrW 53 = Schr XIX 2; RSM ¹KonrW/2/1-3
C KonrW 54
IIIC KonrW 54 = Schr XIX 3; RSM ¹KonrW/2/1-3

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: (.)3-a+3b 3-c 3-c+3d / 3-a+3b (.)3-e 3-e+3d // 7-f 4-f+2g / 3-f+3-f 3g,
Tonkommentar

Bei den hier vorliegenden drei Spruchstrophen handelt es sich, ähnlich wie in C KonrW 63–65, um ein Gattungsexperiment, in dem Konrad die Grenzen zwischen Minnesang und Spruchdichtung reflektiert und sie zugleich unterläuft (dazu Cramer, S. 99, Hoffmann, S. 190f., Miedema, Bd. I, S. 76– 79, Miedema, S. 208f., Rettelbach, S. 134). Dies zeigt sich sowohl an formalen und inhaltlichen Charakteristika der Strophenreihe als auch an ihrem handschriftlichen Überlieferungskontext in C, der aus Minneliedern besteht.

Formal verweisen die durchgängige Auftaktlosigkeit, die Dichte der Reime und vor allem die Drei­strophigkeit auf Konrads Minnelieder. Auch inhaltlich knüpft der Text an diese an, wenn er im ersten Stollen von Str. I den Natureingang evoziert. Bereits im zweiten Stollen jedoch zeigt das Sprecher-Ich sich an der Fortführung des Minnediskurses gehindert: Die Tugendlosigkeit reicher adeliger Herren, so führt dann der Abgesang aus, »zwingt das Ich demnach dazu, seine Rolle als Minnesänger aufzugeben« (Miedema, Bd. I, S. 77), da sie den Tadel des Spruchdichters erfordert. Eine solche erfolgt dann in Str. II, in der der Sprecher den geizigen Herren (bzw. Auftraggeber) kritisiert. Versöhnlicher erkennt Str. III den Wert der kleinen Gabe jenes Mildtätigen an, der nicht mehr zu geben hat.

Der handschriftliche Kontext der drei Spruchstrophen in C zeigt ihre Nähe zur Minnelyrik schließlich im wortwörtlichen Sinn, da auf sie drei konradtypische Minnelieder, jeweils mit Natureingang (C KonrW 55–57, C KonrW 58–60, C KonrW 61f.), sowie der wiederum Gattungsgrenzen sprengende Ton 23 folgen.

Stephanie Seidl

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