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König Konrad der Junge, Sol ich nu klagen die heide? dast ein jamer gros
C KKonr 1
IC KKonr 1 = KLD 32 I 1
C KKonr 2
IIC KKonr 2 = KLD 32 I 2

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: .2a+.1-b+3c .2d+.3-e / .2a+.1-b +3c .2d+.3-e // .5-f .6g .2g+.3-f

Reimresponsionen sind I,2/4 (not/rot) und II,6f. (bot/tot) sowie I,6f. (han/lan) und II,1/3 (entstan/lan). Mit Binnenreimen wechseln die Verse zwischen Fünf- und Sechshebern (vgl. von Kraus).

Inhalt: Klagelied. Der auf einen Vers verknappte Winter-Natureingang ist gegenüber dem Liebesschmerz in Str. I ungewöhnlich (ironisch?) hervorgehoben, wenn das Ich die Natur, die es nu (I,1) beklagen soll, als jamer gros (I,1) im Vergleich mit der not, in der ich stete brinne (I,2) bezeichnet (vgl. die dagegen die gleichsetzende Übertragung bei Kuolt, S. 3: »Da herrscht großes Leid, gerade so wie das Verlangen, in dem ich stets brenne«). Statt der Winternatur ist das Liebesthema semantisch von Verderben und Verlust gekennzeichnet: Das Ich steht froͤiden blos (I,3), ist des Verstands beraubt, die Geliebte will es lan verderben (I,7). Bildlich fügen sich das ›brennende‹ Ich und die ›Brandursache‹, ir munt so rot (I,4), zusammen. In Str. II geht die Lohnforderung des Ichs Hand in Hand mit der Beteuerung seines beständigen Diensts. Dass das Ich den tot (I,7) seiner Freude befürchtet, erhält umso mehr Nachdruck, als das Reimwort tot durch Reimresponsion auch klanglich auffällt.

Simone Leidinger

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