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Der tugendhafte Schreiber, Her Kei, meister unde vru̍nt, ir sit so zu̍hte wis
C Schreiber 45
IC Schreiber 45 = HMS XII,1, RSM ¹Tugdh/1/1a
C Schreiber 46
IIC Schreiber 46 = HMS XII,2, RSM ¹Tugdh/1/1a
C Schreiber 47
IIIC Schreiber 47 = HMS XII,3, RSM ¹Tugdh/1/1a
C Schreiber 48
IVC Schreiber 48 = HMS XII,4, RSM ¹Tugdh/1/1a
C Schreiber 49
VC Schreiber 49 = HMS XII,5, RSM ¹Tugdh/1/1a

Kommentar

Überlieferung: Das Strophenbar schließt in C das Korpus zum Tugendhaften Schreiber. In J findet es sich innerhalb der Alment-Sammlung Stolles, der der Tonautor ist (vgl. dazu den Tonkommentar). Die auffallende Varianz der beiden Textzeugen spricht dafür, dass »von zwei relativ unabhängigen Überlieferungssträngen auszugehen ist« (Zapf, S. 244).

Form: .7a .7a .4b .5-c / .7d .7d .4b .5-c // .4e .5-f .4-e .7-f .7g .4x/5g, Tonkommentar. Auftakt fehlt an folgenden Stellen: C/J I,5; C II,10; C/J II,11; C/J III,1; J III,9f.; J IV,12; C/J V,11. Überfüllt sind J I,5 (die Alternanz ist hier durch Hebungsprall unterbrochen); C II,4f.; J V,10.

Die Strophen sind durch zahlreiche Responsionsreime verbunden (s. die Auflistung in Lommatzsch, S. 141).

Inhalt: Zeitkritik in Form eines Streitgesprächs zwischen Gawan und Keie. Ersterer bittet Letzteren um rat unde lere (I,3), wie er sich in Zeiten moralischer Degeneration am Hofe Ansehen erwerben könne, gerade ohne auf unlautere Mittel zurückzugreifen (Str. I u. III). Keie negiert diese Möglichkeit: Opportunismus und Hyperkrisie seien regelrecht notwendig, um am Hof zu reüssieren (Str. II u. IV). Die Schlussstrophe lässt beide Gesprächspartner zu Wort kommen und pointiert ihre Standpunkte: Gawan hofft auf Residuen charakterlicher Integrität, Keie sieht ihn mit dieser Position auf verlorenem Posten.

Intertext: II,13f. ist »frühester deutscher Beleg des Sprichwortes ›Wes Brot ich eß, des Lied ich sing‹« (Müller, S. 231).

Stephanie Seidl

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