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Ulrich von Liechtenstein, Nu froͤit u̍ch, minnegernde man
C Liecht 131 (127)
IC Liecht 131 (127) = KLD 58 XXVII 1
C Liecht 132 (128)
IIC Liecht 132 (128) = KLD 58 XXVII 2
C Liecht 133 (129)
IIIC Liecht 133 (129) = KLD 58 XXVII 3
C Liecht 134 (130)
IVC Liecht 134 (130) = KLD 58 XXVII 4
C Liecht 135 (131)
VC Liecht 135 (131) = KLD 58 XXVII 5
C Liecht 136 (132)
VIC Liecht 136 (132) = KLD 58 XXVII 6

Kommentar

Überlieferung: C und L überliefern die sechs Strophen parallel.

Form: .4a 6b / .4a b // .4c .4c

L fügt der letzten Strophe ein zusätzliches Reimpaar an (.4d .4d). Die Auftaktregelung im Aufgesang ist weniger streng durchgeführt als in anderen Ulrich von Liechtenstein-Liedern, was insbesondere auf die C-Überlieferung zutrifft. So sind V,1 und C VI,1 sowie I,3 IV,3 und C III,3 ohne Auftakt, einen Auftakt entgegen dem Schema haben dagegen III,2, II,4 und C V,4.

Inhalt: Das lehrhafte Lied ist auf Freude ausgerichtet. In Str. I–IV spricht das Ich in einer Ratgeberrolle, während die letzten beiden Strophen die Ratschläge auf die eigene Situation anwenden. Das Ich fordert in Str. I minnegernde man auf, sich zu freuen. Dabei wird kein Grund genannt, sondern ein Ziel, denn mit zu̍hten fro zu sein (C I,5), garantiert ein ehrenvolles Leben. Darüber hinaus soll diese Haltung zu einem erfolgreichen Minnedienst führen (vgl. Str. II), während das Ich das ertruren (L III,3), also die Minneklage, als inadäquat für die Liebeswerbung ansieht (vgl. Str. III und IV). In Str. V und VI zieht das Ich die Konsequenzen dieser Ratschläge für seine eigene Situation: Es möchte sein zu̍rnen (C V,2) einer Dame gegenüber sein lassen und sich in Zukunft vielmehr mit hohem muͦte unde mit ritterlichem leben (C VI,4) der vröide widmen. Das Lied bildet in C sowie im Kontext des ›Frauendienstes‹ thematisch einen Übergang ab zwischen einigen scheltwîsen, die das Fehlverhalten einer Geliebten kritisieren, und zahlreichen Freudeliedern einer neuen Liebe.

Simone Leidinger

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