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Heinrich III. von Meißen, Was hat du̍ welt ze gebenne me
C
C HMeiß 11 (11[12])
IC HMeiß 11 (11[12]) = KLD 21 V 1
[ini W|2|blau]a{s|z} h{a|â}t d{u^i|iu} welt ze>>gebe#nne m{e|ê}·,
d{a|â} vo#n ein / #send{u^i|iu} n{o|ô}t zerg{e|ê}·,
da#nne w{i|î}bes mi#nne alei-/ne·?
ein w{i|î}{b|p}, d{u^i|iu} l{o|ô}#sl{i|î}ch lache#n kan·
g{e|ê}n einem / wol gem{#v^o|uo}te#n man·:
der fr{o^ei|öu}de#n i#st niht kleine·. /
#swe#nne #si #st{e|ê}t gegen im ze ange#siht·
#vn#d #si i_n|m_ / mit ir {o^v|ou}gen giht·,
d#c #si in vo#n herze#n meine·,
#sw#er / di#sen zwein gev{e|æ}r{i|e}{g|c}[[3 i¬geværec~i Adj. ›heimlich nachstellend, feindselig‹ (vgl. Le I, Sp. 957).]] #s{i|î}·
#vn#d wone mit val#sch#er / h{#v^o|uo}te b{i|î}·,
der w#erde z'eine#m #steine·. /
C HMeiß 12 (12[13])
IIC HMeiß 12 (12[13]) = KLD 21 V 2
[ini A|2|blau]%N #sch{o|œ}ne#m l{i|î}be wol gevar·,
i#n edele#m m{#v^o|uo}te rein[ho e ho] / gar·,
#swer da{s|z} an w{i|î}be#n vinde·,
der lobe ir / lebe#n #vn#d {e|ê}re ir l{i|î}p·!
#si i#st gar ein reine #s{e|æ}l{i|e}{g|c} w{i|î}{b|p}·, /
des wu#n#sches i#nge#sinde·.
ir l{u|û}ter #spiegel<<varwe{#s|z} / leben·
ka#n tr{u^e|üe}ben h#erzen fr{o^ei|öu}de gebe#n.
#swer #sich / des wider<<winde·,[[3 i¬widerwinden~i stV. mit Gen. ›wovon ablassen‹ (vgl. Le III, Sp. 872).]]
der fr{ow|ouw}e#n rehte fr{o^ei|öu}de wer·, /
v#er#sigeln[[3 i¬versigelen~i swV. ›sich segelnd verirren, verschlagen werden‹ (Le III, Sp. 227f.).]] m{#v^e|üe}{#s#s|z}e er {#v|û}f d#c mer·
vo#n w{i|î}be #vn#d {o^v|ou}ch / von kinde·. /
C HMeiß 13 (13[14])
IIIC HMeiß 13 (13[14]) = KLD 21 V 3
[ini #J|4|blau]<%R> zuht<<vlieher,[[3 i¬zuhtvlieher~i stM. ›der keine feinen Sitten hat‹ (vgl. BMZ III, Sp. 346a; in BMZ und Le III, Sp. 1173, ist ausschließlich die vorliegende Stelle angegeben).]] {u^i|iu}ch[[2 i¬u^ich~i$ i¬iu~i KLD]] #s{i|î} ge#seit·,
d#c zuht vil v#er-/re n{a|â}{h|ch} {u^i|iu} #ieit·,[[3 i¬jeit~i = i¬jaget~i.]]
des #swer ich {u^i|iu} b{i|î} eide·.
mit #vn-/zuht habt ir g{u^o|uo}te#n z{u^i|iu}{h|ch}·.[[3 i¬habt ir g{u^o|uo}te#n z{u^i|iu}{h|ch}~i ›gebt ihr euch ab‹ (Le III, Sp. 1143).]]
›he{y|i}, zuht<<flieh#er, n#v / fl{u^i|iu}{h|ch}, n#v fl{u^i|iu}{h|ch}·!‹
#s{o|ô} #seit ma#n vo#n {u^i|iu}ch beide·.[[2 i¬u^ich beide~i$ i¬iu leide~i KLD]]
ir fr{o-/w|ouw}e#n, nemt #s{i|î}n kleine war·,
er[[2 i¬er~i$ i¬ern~i KLD]] kom mit g{u^o|uo}ten / z{u^i|ü}hte#n dar·,[[1 i¬dar~i$ i¬d~i gebessert]]
#s{o|ô} d#c er #sich ge#scheide·
vo#n unzuh[ho t ho] / als ein z{u^i|ü}ht{i|e}{g|c} ma#n·!
#swel{h|ch} fr{ow|ouw}e im da#nne ir / gr{u^o|uo}{#s#s|z}es gan·,
der le{p|b}t gar #sunder leide·. /

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: .4a .4a .3-b / .4c .4c .3-b / .4d .4d .3-b / .4e .4e .3-b

Die Strophenform besteht aus vier gleichen Bausteinen, wodurch die Bauteile der Kanzonenform überspielt werden. Durch je eine Reimresponsion ist die zweite sowohl mit der ersten als auch mit der dritten Strophe verbunden, vgl. I,4f. (kan / man) und III,10f. (man / gan), II,1f. (gevar / gar) und III,7f. (war / dar).

Inhalt: Das gesellschaftskritische Lied besticht in allen drei Strophen durch ungewöhnliche Bilder. In Str. I lobt das Ich mit Blick auf die Frau allgemein die Liebe von herzen (I,9) und schließt mit dem sentenzartigen Wunsch, derjenige, der diese Liebe gefährde, möge zu einem Stein werden. In Str. II preist es die Frauen und thematisiert das Glück, das sie bringen. Auch hier werden in den abschließenden Versen mögliche Widersacher verurteilt, sie sollen sich nämlich auf dem Meer verirren und so Frau und Kindern fern bleiben. Die dritte Str. schließt hier direkt an und wendet sich an ungehobelte Werber, die zuhtvlieher (III,1), die selbst aus der Gesellschaft vertrieben werden sollen. Das beide in III,6 ist vermutlich verderbt, eventuell wäre mit von Kraus zu konjizieren.

Simone Leidinger

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