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Johann von Brabant, ›Minlich unde guͦt‹
C Brab 1
IC Brab 1 = HMS I, 15
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 18va
C Brab 2
IIC Brab 2 = HMS I, 15
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 18va
C Brab 3
IIIC Brab 3 = HMS I, 15
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 18va

Kommentar

Überlieferung: Das unikal in C überlieferte Lied eröffnet das Johann von Brabant zugeschriebene Korpus.

Form: 3a 3(4)-b / 3a 3(4)-b // (.)3-b .3c .3-b .3c // R 3-d .3c 3-d .3c

Drei vierversige Kreuzreimgruppen schließen sich als Aufgesang, Abgesang und Refrain zu einer Strophe zusammen. Formal miteinander verbunden sind diese drei Einheiten insbesondere durch gemeinsame Endreime: Der Abgesang als Mittelteil kombiniert den zweiten Reim des Aufgesangs mit demjenigen des Refrains. In Str. II ist zudem auch der erste Reim des Aufgesangs gleichlautend, womit in allen drei Kreuzreimgruppen zwei auf -unt schließende Verse vertreten sind. Str. I und III korrespondieren überdies durch Übereinstimmung des gemeinsamen Reims von Auf- und Abgesang (-inne). Die Form weist Ähnlichkeiten zur französischen Ballade auf (vgl. dazu den Autorkommentar).

Die luzide und durchgängige Realisierung der Versschlüsse kontrastiert mit Unregelmäßigkeiten im Versauftakt und -inneren. Auffällig ist der Hebungsprall in V. 9, der den Beginn des Refrains betont. In II,6 ist Tonbeugung, in III,8 schwebende Betonung anzunehmen.

Inhalt: Das Minne- und Werbelied entwirft das Bild eines der Gnade seiner geliebten Dame auf Leben und Tod Ausgelieferten. Es hebt mit einem Tugendlob der Geliebten an, die vom Sänger treu und beständig als Königin seines Herzens verehrt wird. Str. II leitet zum Topos der tödlichen Liebeswunde über. Str. III wiederholt die bereits in Str. II vorgebrachte Bitte um genade.

Der erste Vers des Refrains greift mit fru̍ntlich bevangen in zwei Worten das zentrale Thema der »Zwangsminne« (Zapf, Sp. 1520) auf. Er kreist um die äußere Schönheit der Dame und thematisiert damit den erotisch-körperlichen Aspekt der Minne (vgl. ein roter munt / unde zwei liehtu̍ wangen, / da bi ein kele runt), was in Str. I Ergänzung zum Tugendlob ist, während es die Schönheitsbeschreibungen in Str. III weiterführt.

Agnes Amminger

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