Die Einstellungen der Textansicht wurden gespeichert.

Sie bleiben auf diesem Rechner und in diesem Browser als Standardeinstellungen gültig, bis Sie sie mit anderen Einstellungen überschreiben.
Heinrich von Rugge, ›Ich suͦche wiser lu̍te rat‹
B Rugge 22
IB Rugge 22 = MF 110,26
B Rugge 23
IIB Rugge 23 = MF 110,34

Kommentar

Überlieferung: Zwei Strophen sind im Rugge-Korpus in BC überliefert, wobei sich vereinzelt Abweichungen im Textbestand finden lassen (z. B. der Austausch des Reimwortes in I,8); C führt zudem eine weitere, fragmentarische Strophe. Halbach, S. 151, und, diesem folgend, von Kraus (MF/KU, S. 255) schreiben den Ton ›Pseudo-Reinmar‹ zu. Zur in der Forschung diskutierten Dichterzuschreibung sowie zur umstrittenen Strophenordnung vgl. MF/MT im Apparat.

Form: .4a .2-b 3-c / .4a .2-b 3-c // .4a .2-b 3-c .4a .2-b 4-c

Str. I und II sind zwölfversige Stollen­stro­phen, wobei die Form des Abgesangs der des Aufgesangs entspricht (die Strophen sind somit auch als viergeteilte Perioden­stro­phen lesbar). Der in C unikal überlieferten dritten Strophe fehlen drei Verse. MF/MT fassen je die V. 2+3, 5+6, 8+9 sowie 11+12 zusammen.

Das Reimschema ist in C I,8 durchbrochen. Kein Auftakt in C I,11 und C II,2. III,12 ist vierhebig, was als Indiz dienen kann, den Vers nicht als neunten, sondern als letzten Vers der Strophe zu sehen (neben dem schwierigen semantisch-syntaktischen Anschluss des Verses an den achten) (so auch MF/MT).

Inhalt: Wechsel (in C). Minneglück und Frauenpreis.

Str. I: Der Sprecher sucht nach Rat; jedoch braucht er keine Hilfe im Minnewerben, sondern möchte sein Glück bewahren: Wie kann er diejenige behalten, in deren Gnade sein Heil liegt? Sie kann ihm seine Sorgen nehmen; ihre Güte hat ihn erhöht.

Str. II: Erst hat er Erzählungen über sie gehört (die Formulierung in C lässt sich auch so verstehen, dass der Sprecher in der Rolle eines heimlichen Dritten das mitgehört hat, was der Dame erzählt wurde – über ihn?), dann sie mit seinen Augen gesehen. Er hat erlebt, wie sie die swere (II,9) nehmen und ihm Freude schenken kann.

Str. III: In der letzten Strophe wird die Perspektive des Mannes von der der Frau gespiegelt: Sie will ihm (weiter) Freuden schenken.

Sandra Hofert

▼ Drucken / PDF
Hinweise zum Druck
Bitte reduzieren Sie zuvor die Anzahl der Spalten!
Formatwahl: