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Burkhard von Hohenfels, Du̍ suͤsse klare wunder tuͦt
C Burk 17
IC Burk 17 = KLD 6 V 1
C Burk 18
IIC Burk 18 = KLD 6 V 2
C Burk 19
IIIC Burk 19 = KLD 6 V 3
C Burk 20
IVC Burk 20 = KLD 6 V 4
C Burk 21
VC Burk 21 = KLD 6 V 5

Kommentar

Überlieferung: Das Lied ist unikal in Handschrift C überliefert.

Form: Vierheberstollen mit ungleichversigem Abgesang (vgl. Ranawake, S. 244). .4a 4-b / .4a (.)4-b // (.)8*9*10-c .7-c .5-d .10*11-d. In deutlichem Unterschied zum geregelten vierhebigen Aufgesang weist der tektonisch anspruchsvolle Abgesang längere Verse und freiere Rhythmen auf. In V. 5 und 8 schwanken selbst die Hebungszahlen, was vielleicht auf einen freieren Vortragsrhythmus schließen lässt (vgl. Wachinger, S. 686).

Inhalt: Minneklage. Die Macht der Frau bewirkt die Unterwerfung des freien muotes (I). Die von narrativen Elementen geprägte Strophe II entwickelt die einseitige Liebesbindung als unentrinnbare und schwächende Fixierung weiter, der sich das Ich nicht einmal durch Flucht in die Wildnis entziehen kann. Der an allegorischen Elementen reiche Frauenpreis der Strophe III unterstreicht die hohen Qualitäten der Frau: Ein Hofstaat positiver Eigenschaften wartet ihr auf. Strophe IV entwirft mit Motiven des Rollen-, Geschlechter- und Herzenstausches eine Verkehrung der konventionellen Minnesituation. Der Appell an die Herrin, sich anders (nämlich nach dem Vorbild des liebenden und dienenden Mannes, der sich kurzzeitig in ihre Rolle begibt) zu verhalten, bleibt ohne Erfolg, wie die letzte Strophe deutlich macht: Wie in Strophe I wird nochmals die potenzielle Heilkraft ihrer Zuwendung thematisiert, und das Lied endet mit der vagen Drohung, dass die Frau ihre unveränderliche Haltung bereuen werde.

Markus Stock

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