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Heinrich von Veldeke, ›Ir stuͤnde bas, das si mich troste‹
B Veld 44
IB Veld 44 = MF 66,32
Überlieferung: Stuttgart, LB, HB XIII 1, pag. 59
B Veld 45
IIB Veld 45 = MF 67,3
Überlieferung: Stuttgart, LB, HB XIII 1, pag. 59

Kommentar

Überlieferung: Die Strophen sind in BC im Korpus Heinrichs von Veldeke überliefert.

Form und Lied­ein­heit:

Metrische Formel: .4-a .4b / .4-a .4b // .4-c 4-c

Mit Ausnahme von B II liegen sechsversige Stollen­stro­phe vor, wobei der c-Reim in BC I grammatisch den b-Reim aufgreift; kein Auftakt in C II,4; C II tendiert zur Fünfhebigkeit (Vierhebigkeit über mehrfache Auftakte in C II,3.6). In B II sind Verse im Aufgesang vertauscht und umgestaltet, sodass die Stollenform und in V. 3/4 auch die isometrische Vierhebigkeit aufgebrochen sind und eine Periode von drei Paarreimen entsteht, wobei der a-Reim gleichzeitig gestört ist.

Die formale Parallelität sowie die gleiche Initialfarbe legen in C das Verständnis als Toneinheit nahe. Ob diese Einheit vom C-Redaktor hergestellt oder vom B-Redaktor durchbrochen wurde, ist nicht sicher zu entscheiden. Moser und Tervooren (MT/MTE), S. 83, gehen von Ersterem aus.

Die Zusammengehörigkeit der Strophen und die Zuschreibung der zweiten zu Veldeke sind in der Forschung umstritten: In MF/V, MF/K sowie in Frings/Schieb, S. 145–151, wird die erste Strophe, um zwei Schlussverse ergänzt, als zweite Strophe zu BC Veld 43 gestellt. Als Argument gelten insbesondere die grammatischen Reime in beiden Strophen (vgl. dazu MF/MTE, S. 83). Auch Thomas, S. 240, 255–258, sah BC 43 44 als ein zwei­stro­phiges Lied, sprach es jedoch Veldeke ab.

Inhalt: Minnewerben und Minneklage.

In der ersten Strophe erinnert das Ich an die Hilfe, welche die Dame ihm einstmals gewährt hatte. Das Erhören seines Werbens jetzt würde auch ihr zugutekommen. Das Versprechen, für sie zu sterben, wird im letzten Vers ironisch gebrochen (sofern note im Sinne von ›ungerne‹ bzw. ›notgedrungen‹ verstanden wird).

Die zweite Strophe setzt mit dem Verweis auf ein früheres Leid ein – eine Aussage, die im Widerspruch zu I,1–3 zu stehen scheint (vgl. auch Henkes-Zin, S. 115). Dann beteuert der Sprecher, kein Wort gegen den Willen der Dame sagen zu wollen. Dass die Dame ihn aber gleichzeitig auffordert, sein Leid zu beklagen (im Zuge dessen er die Dame anklagen müsste), steht im Widerspruch zu diesem Versprechen und zeigt die Ambivalenz der Minne.

Sandra Hofert

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