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Ulrich von Singenberg, ›Swen wunder, daz ich si geswigen‹
C als neue Leitversion A als neue Leitversion
C Singenb 11
IC Singenb 11 = SMS 12 6a I
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 151vb
A Singenb 16
IA Singenb 16 = SMS 12 6 I
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 357, fol. 15v
C Singenb 12
IIC Singenb 12 = SMS 12 6a II
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 151vb
A Singenb 20
VA Singenb 20 = SMS 12 6 V
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 357, fol. 16r
C Singenb 13
IIIC Singenb 13 = SMS 12 6a III
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 151vb
A Singenb 17
IIA Singenb 17 = SMS 12 6 II
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 357, fol. 15v
C Singenb 31
IC Singenb 31 = SMS 12 6 III
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 152va
A Singenb 18
IIIA Singenb 18 = SMS 12 6 III
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 357, fol. 15v
C Singenb 32
IIC Singenb 32 = SMS 12 6 IV
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 152va
A Singenb 19
IVA Singenb 19 = SMS 12 6 IV
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 357, fol. 15v

Kommentar

Überlieferung: Die Strophen sind in A als fünf­stro­phiges Lied überliefert, in C dagegen als zwei einzelne Lieder. Das zwei­stro­phige Lied in C entspricht A III–IV und die Reihung des drei­stro­phigen Lieds in C weicht von A ab: A I, II, V = C I, III, II.

Form: .4a .5-b / .4a .5-b // .4c .6c .4c .6c

Kanzonenstrophe; durchgehend auftaktig. A I,6 ist metrisch unterfüllt; III,6 auftaktlos.

Inhalt: Minneklage. A I erklärt das Ich, es habe das Singen aufgegeben, weil es nicht erhört worden sei; entsprechend bekundet es seine Bereitschaft, einen Freudengesang anzustimmen, wenn ihm Gewährung zuteil geworden sei. A II fokussiert auf die (gescheiterten) Versuche, Zuneigung zu erhalten, und schließt mit einem Imperativ an das Herz, nicht weiter zu überlegen, weil si ihm ohnehin nicht zugeneigt sei (II,8). A III formuliert im Modus der Vorstellung (III,1: Kunde ich ...) den Tausch von Ehrerweisung und Gnade zwischen Sänger und Dame. Sentenzhaft ist der Hinweis in I,5: gewalt, der sol genedig sin. A IV fordert dann auch das Ablassen vom zwivel und bettet diese Forderung in die sentenzhaft formulierte Hoffnung ein, dass Güte den Guten nicht schwermütig machen solle – und Gutes nur Gutes nach sich ziehe (IV,1f. und 7f.). A V wird im Wortspiel mit den beiden Bedeutungsnuancen von scheiden (›entscheiden‹ vs. ›trennen‹) der Dame die Schiedsgewalt über das Ich zugeteilt (V. 4f): Sie kann diesem kumber (V. 6) oder froide (V. 8) geben.

Das drei­stro­phige Lied C 11–13 setzt mit der Ankündigung des Verstummens ein, der die Str. II und III performativ selbst widersprechen. C II preist die Frau, C III,8 schlägt am Ende resigniert den Bogen zum Liedanfang zurück: Alles ist zwecklos.

Das zwei­stro­phige Lied C 31f. umfasst bloß die beiden Strophen mit eher gnomischem Charakter und damit auch diejenigen, die hoffnungsvoll die positiven Möglichkeiten formulieren: Zwar kann das Ich die Absage der Dame nicht länger ertragen (I,8), doch wird es weiterhin von Hoffnung getragen (II,7f.).

Sarah Hutterer

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