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Ulrich von Liechtenstein, We, war umbe sul wir sorgen
L Liecht 29
IL Liecht 29 = KLD 58 VII 1
L Liecht 30
IIL Liecht 30 = KLD 58 VII 2
L Liecht 31
IIIL Liecht 31 = KLD 58 VII 3
L Liecht 32
IVL Liecht 32 = KLD 58 VII 4

Kommentar

Überlieferung: C und L überliefern die vier Strophen parallel.

Form: 4-a 2b / 4-a 2b // 4-c 4d 4-c 4d

In C III,1/3 sind die Reimwörter der weiblichen Kadenz apokopiert. Die Strophenform setzt regulär keinen Auftakt an; realisiert man das auch in I,6, trägt der Vers in L entgegen dem Schema fünf Hebungen, während in C am Verseinstieg Satzbetonung und Metrik ungeschickt gegeneinander laufen.

Inhalt: Der auf Freude ausgerichtete Frauenpreis setzt sich von der abschließenden Klagestrophe nicht nur thematisch, sondern auch perspektivisch ab: Während das Ich in I–III die Gesellschaft miteinbezieht (wir, man), spricht es in IV nur für sich (ich). I setzt mit einem Ausruf ein (we), der zunächst Klageruf scheint, in Verbindung mit der rhetorischen Frage (C I,1: war umbe sun wir sorgen?) jedoch gerade die Ausrichtung auf Freude bestärkt. II thematisiert als Grund dieser Freude den Frauendienst. Der didaktische Gestus des Lieds wird in III verstärkt durch zwei sentenzartige Aussagen (vgl. III,1–4). In IV bittet das Ich die personifizierte Minne um Hilfe. Die Strophe schlägt mit einem tatsächlichen Klageruf, einem doppelten owe, den Bogen zu I und greift außerdem in der Bildlichkeit auf die vorangehende Strophe zurück: Löscht dort Wasser Feuer, brennt die Liebe des Ichs hier so sehr, dass sie sogar Schnee entzünden könnte. Diese letzte Strophe zitiert Hugo von Hofmannsthal als ›Lied vom kalten Schnee‹ im ›Jedermann‹ (vgl. Opela, S. 238f.).

Simone Leidinger

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