Die Einstellungen der Textansicht wurden gespeichert.

Sie bleiben auf diesem Rechner und in diesem Browser als Standardeinstellungen gültig, bis Sie sie mit anderen Einstellungen überschreiben.
Burkhard von Hohenfels, ›Ich wil reigen‹ (C 27 28 29 30 31) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Burk 27 28 29 30 31

Kommentar

Überlieferung: Das Lied ist unikal in Handschrift C überliefert.

Form: Einfache Stollenstrophe mit Refrain. 2-a 4b / 2-a 4b // .3-c .2d .3-c .2d //R .6e 6e. In Strophe III reimen die c-Verse nicht, sondern sind zwei Waisen. C Dietm 29–31 und C Mor 93–96 ausgenommen, ist das Lied zusammen mit C Burk 45–49 (je nach zeitlicher Einordnung Burkhards [Autorkomm.]) eines der frühesten erhaltenen deutschen Refrainlieder.

Inhalt: Gespräch zweier junger Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Zum Typus des Gespielinnengesprächslieds vgl. Joldersma; die Gesprächssituation selbst und das Thema des durch eine ältere Verwandte verhinderten Tanzbesuchs erinnern an Neidharts Sommerlieder (vgl. Händl, S. 240). Zunächst spricht eine junge Dienstmagd: Sie hat vor, nach Ende ihres Dienstjahres die wegen der Arbeit verpasste Maifreude nachzuholen (I). Im folgenden Gespräch imaginieren die Magd (I, IV) und ihre adlige junge Gesprächspartnerin (II, III, V) ein gemeinsames freies und mobiles Leben, das durch Schnitterinnenarbeit (IV, 7; diese sicherlich mit erotischen Konnotationen) ermöglicht werden und die adlige junge Frau vor der Diszipinierung und Sozialkontrolle durch eine ältere Verwandte bewahren soll (III). Zudem will sie sich für die von der Verwandten verhängten Restriktionen dadurch rächen, dass sie sich einen Mann aus niederer Schicht (V, 7) nimmt. Der Refrain spannt diese idealisierte Freiheitsprojektion in intersektionalem Konnex zusammen: Schichtenunabhängig bevorzugen beide gegenüber dem Haarkranz aus Rosen den aus Stroh und die mit ihm verbundene Freiheit der Gedanken. Ob der Strohkranz, der sicherlich ein Symbol für ›freie‹ Liebe ist (vgl. Kasten, S. 170), auch eine moralisch abwertende Funktion hat (so von Kraus, S. 41), müsste an den Quellen neu geprüft werden. Da der (männliche) Sänger mitgedacht werden muss (vgl. Joldersma), impliziert das Lied in jedem Fall vielleicht sowohl weibliche Freiheitssehnsucht als auch männliche Wünsche nach erhöhter sexueller Verfügbarkeit ›freier‹ junger Frauen.

Markus Stock

Gehört zur Anthologie: Dialog- bzw. Gesprächslied
 C Burk 27 = KLD 6 VII 1Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 111r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 I
 
 C Burk 28 = KLD 6 VII 2Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 111r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 II
 
 C Burk 29 = KLD 6 VII 3Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 111r
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 III
 
 C Burk 30 = KLD 6 VII 4Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 111v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 IV
 
 C Burk 31 = KLD 6 VII 5Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 111v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 V
 
 
Vignette