Die Einstellungen der Textansicht wurden gespeichert.

Sie bleiben auf diesem Rechner und in diesem Browser als Standardeinstellungen gültig, bis Sie sie mit anderen Einstellungen überschreiben.
Dietmar von Aist, ›So wol dir, sumerwunne‹ (C 13)Lied zurückLied vorDrucker

Überlieferung

C Dietm 13

Kommentar

Überlieferung: Das einstrophige Lied ist nur in C und dort unter Dietmar von Aist überliefert. Die Ähnlichkeit des Strophenbaus verbindet es mit C Dietm 12, die Form ist im überlieferten Minnesang einmalig. C fügt beide Lieder, folgt man der Farbe der Initialen, dem vorausgehenden Lied C Dietm 7–11 hinzu.

Form: Die Strophe besteht aus sechs Reimpaarversen mit drei bis vier Hebungen. Die Endreime sind bis auf den mundartlich quantitätsreinen Reim getan / man in V. 11f. (vgl. C Dietm 12, V. 9f.) Assonanzen. Die Verse 2–11 zeichnen sich durch Klangresponsionen der Wörter am Versanfang aus (daz / alse / jarlanc, miniu / min, anderre / wan, do / do / so), die Verse 1 und 12 durch Klangresponsionen innerhalb eines Verses (So wol, V. 1, und man / man, V. 12). Klangresponsionen sind es auch, welche in der Strophenmitte den Versbeginn der Verse 5f. (min / miniu) mit dem Endreim der Verse 7f. (wibe / miden) verbinden. Die Klangresponsionen strukturieren die Strophe damit einerseits und schließen sie andererseits als Einheit in sich ab (vgl. C Dietm 12).

Inhalt: Im Lied wird die Veränderung der Natur (ohne Konjektur: die Beschreibung des Sommers) auf eine Veränderung der Sprecherin und ihrer Situation zurückbezogen: Einst hat ihr Geliebter sie schön gefunden, nun wird er zur Treue aufgefordert. Erst nach dem Natureingang wird ab V. 4 nach und nach deutlich, dass eine Frau spricht. Die Apostrophe So wol dir, sumerwunne! ist – anders als in C Dietm 12, V. 5 – vermutlich als ›Lebe wohl‹ und damit Abschiedsformel zu verstehen (vgl. MF/KA, S. 374). Mit V. 6, 8 und 12 folgen drei weitere Apostrophen, diesmal des Geliebten, der außerdem durch zahlreiche Personalpronomina vergegenwärtigt wird (du in V. 6, 7, 8, 9; dich in V. 6, 10, 12). Ist die Apostrophe des Mannes für ein Frauenlied höchst ungewöhnlich (vgl. Schnell, S. 151), wirkt die Umsetzung hier umso auffälliger: Gerade das Insistieren sowie die Abschiedsformel der anfänglichen Apostrophe lassen die Situation der Frau hoffnungslos wirken. So sieht Wapnewski, S. 21, sowohl in C Dietm 12 als auch C Dietm 13 »mit ihrem nur scheinbar unentschiedenen Ausgang […] keinen Raum mehr für ein Happy-End.«

Simone Leidinger

 C Dietm 13 = MF 37,18Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 64vb
Logo DFG-ViewerBild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
Vignette