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Konrad von Würzburg, ›Got herre, was du wunders an dir selben hast geschiket‹ (C 94) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Kommentar

Überlieferung: Die Sang­spruchstrophe ist (mit B3 KonrW 3 et al.) die am breitesten und am frühesten tradierte des Hoftons Konrads: Sie findet sich in der Basler Rolle (B3) vom Ende des 13. Jahrhunderts, in K (um 1300) und, als anonymer einzeiliger Marginaleintrag, in M2 (13./14. Jahrhundert). In C ist sie die erste echte Strophe des Ton-Korpus, in J steht sie darin an vierter Position. Eingang gefunden hat die Strophe außerdem in zwei jüngere Barbildungen: In k ist sie Teil eines Fünferbars, das alle geistlichen Hofton-Sprüche Konrads in der Reihenfolge von C aufgreift und diese um eine Eingangsstrophe ergänzt. m2 tradiert sie als Mittelstrophe eines Dreierbars, das von B3 KonrW 2 et al. abgeschlossen wird.

Form: .7-a .7-a (.)3-a+.4b / .7-c .7-c (.)3-c+.4b // (.)8(7)d (.)4d+.3-e / .7-e .7-e (.)3-e+.4b,
Tonkommentar

Inhalt: Gebetsstrophe, die Gott anruft, seine Allmacht, seine Ewigkeit sowie seine Dreifaltigkeit preist und sich dazu traditioneller theologischer Bilder bedient: dem Verflochtensein der drei göttlichen Personen zu einem Band und dem aus drei untrennbaren Zweigen bestehenden Ast. Konrad führt beide Bilder in die deutschsprachige Lyrik ein (dazu Kern, S. 210, 254–256) und richtet an ihnen die sprachlich-formale Konzeption der Strophe aus: Im Abgesang nämlich werden, wie Miedema, S. 152f. zeigt, die drei den Text bestimmenden Themen Allmacht, Ewigkeit und Trinität Gottes zu einem »kunstvoll geflochtene[n], harmonische[n], durch die Verbindung der drei Aspekte in den drei formalen Bestandteilen des Spruches in sich geschlossene[n] (unzertrennbare[n]) und dennoch dreigeteilte[n], ›dreieinige[n]‹ Ganze[n].«

Stephanie Seidl

 C KonrW 94 = HMS XXXIV 1; Schr XXXII 1; RSM ¹KonrW/7/1aZitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 389rb
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