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Tannhäuser, ›Wol im der nu beissen sol‹
C Tannh 29
IC Tannh 29 = HMS II 90 XIII 1; Siebert XIII 1
C Tannh 30
IIC Tannh 30 = HMS II 90 XIII 2; Siebert XIII 2
C Tannh 31
IIIC Tannh 31 = HMS II 90 XIII 3; Siebert XIII 3
C Tannh 32
IVC Tannh 32 = HMS II 90 XIII 4; Siebert XIII 4
C Tannh 33
VC Tannh 33 = HMS II 90 XIII 5; Siebert XIII 5

Kommentar

Überlieferung: Das fünfstrophige Lied ist unikal in C überliefert.

Form: (.)4a .3-b .4a .3-b (.)3-c .3-d .3-c .3-d .3-+.3-e .3-+.3f .3-/.4+.3-e .3-/.4+.3f (.)3-g .3h .3-g .3-+.3g

Kombination aus kreuzgereimten Kurz- und Langzeilen mit vereinzelten Zäsur- und Binnenreimen und geregelten Kadenzen. Einzige Abweichung in IV,11 u. 12 sowie V,11 u. 12 mit vier- statt dreihebigem Anvers.

Inhalt: In dem Lied werden zunächst die Vergnügungen von Jagd, Ausritt und Tanz im sommerlichen Apulien geschildert (I,1–16), von denen das Sprecher-Ich sich dezidiert distanziert, denn es ist auf dem Meer (I,16). Diese Seefahrt verlangt dem Sprecher einige Entbehrungen ab: Er muss vor Kreta einen lebensbedrohlichen Seesturm erdulden (Str. III) und empfindet das Ertragen der unruhigen See als Buße für seine Sünden (IV,1–7). Weiter beklagt er die schlechte Versorgung mit Essen und Trinken (IV,9f. u. 13f.) und den Gestank des Kielwassers (IV,11). Das schicksalhafte Ausgeliefertsein (III,16) findet seinen Kulminationspunkt in der Abhängigkeit von der Gunst der Winde, von denen in Str. V zwölf namentlich aufgezählt werden. Als Motivation für die Seefahrt wird am Ende Gott benannt (V,15), was das Lied in die Gruppe der Pilgerlieder einreiht. Deutlich reflexiver als die übrigen Strophen ist Str. II. Sie gibt daher Anlass, die geschilderte Seefahrt in einem zweiten, metaphorischen Sinn als Lebensreise zu verstehen, was vor allem durch die zweite Strophenhälfte (II,10–16), aber auch durch Aussagen in den Schlussversen der restlichen Strophen gestützt wird (III,15f.; IV,15f. oder V, 15f.).

Manuel Mildner

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