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Walther von der Vogelweide, ›Das ich dich so selten gruͤsse‹
C als neue Leitversion E als neue Leitversion U als neue Leitversion
C Wa 248 (244 [253])
I
IC Wa 248 (244 [253]) = L 70,1
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 135rb
C Wa 405 (401 [418])
I
IC Wa 405 (401 [418]) = L 70,1
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 143va
E Wa 42
I
IE Wa 42 = L 70,1
Überlieferung: München, UB, 2° Cod. ms. 731, fol. 170vb
U Namenl/1vb 28
I
IU Namenl/1vb 28 = L 70,1
Überlieferung: Wolfenbüttel, Landeskirchl. Archiv, Depositum Predigerseminar H 1 [früher Wolfenbüttel, Herzog August Bibl., Cod. 404.9 (16-16a) Novi], fol. 1rb
C Wa 406 (402 [419])
II
IIC Wa 406 (402 [419]) = L 70,8
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 143va
E Wa 43
II
IIE Wa 43 = L 70,8
Überlieferung: München, UB, 2° Cod. ms. 731, fol. 170vb
U Namenl/1vb 29
II
IIU Namenl/1vb 29 = L 70,8
Überlieferung: Wolfenbüttel, Landeskirchl. Archiv, Depositum Predigerseminar H 1 [früher Wolfenbüttel, Herzog August Bibl., Cod. 404.9 (16-16a) Novi], fol. 1va
C Wa 249 (245 [254])
II
IIC Wa 249 (245 [254]) = L 70,15
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 135rb
C Wa 407 (403 [420])
III
IIIC Wa 407 (403 [420]) = L 70,15
Überlieferung: Heidelberg, UB, cpg 848, fol. 143va
E Wa 44
III
IIIE Wa 44 = L 70,15
Überlieferung: München, UB, 2° Cod. ms. 731, fol. 171ra
U Namenl/1vb 30
III
IIIU Namenl/1vb 30 = L 70,15
Überlieferung: Wolfenbüttel, Landeskirchl. Archiv, Depositum Predigerseminar H 1 [früher Wolfenbüttel, Herzog August Bibl., Cod. 404.9 (16-16a) Novi], fol. 1va

Kommentar

Überlieferung: Das Lied ist im Korpus Walthers von der Vogelweide zweifach in C, in E, außerdem namenlos in U überliefert. C 248f. stehen im Grundstock, C 405–407 sind in der Nachtragsschicht aus einer E-ähnlichen Vorlage ergänzt (vgl. Kornrumpf, S. 69 Anm. 44). Strophenbestand und -reihung sind stabil, mit Ausnahme des zwei­stro­phigen Lieds C 248f., das nur aus der ersten und letzten Strophe besteht. C markiert für C 248f. über dieselbe Initialfarbe einen Strophenzusammenhang mit dem vorherigen Lied C 244–247 (vgl. den Kommentar zu C Wa 244–249).

Form: 4-a 6b / 4-a 6b // 4c 6-x (.)4c

I,6 ist in allen Hss. überfüllt. Derselbe Vers steht in C 248f. und U außerdem mit männlicher Kadenz (minne reht statt minnen zeichen); möglicherweise wurden die parallelen Verse (denne, sprichet) in Str. IIf. zur Angleichung der Kadenz apokopiert/synkopiert gelesen. U II,6 ist ebenfalls überfüllt. E II,4 und E III,7 sind mit Auftakt zu lesen. Zu Hebungsprall kommt es in C 405–407 I,1. C 405–407 III,2; C 248f. I,2 sowie C 248f. II,6 sind unterfüllt. In C 405–407 II,5 / E II,5 ist der handschriftlich defekte Reim durch Umstellung wiederherzustellen, der Vers bleibt jedoch unterfüllt.

V. 6f. können auch als Langzeilen aufgefasst werden (so Wa/Bei, Wa/Co, anders Schweikle). Die inkonsequent gesetzten Reimpunkte zwischen V. 6 und 7 (in C 405, E I und III) bieten keinen sicheren Anhaltspunkt, die Fugung der Verse und die syntaktischen Einschnitte in Str. I und III (im Kontrast zum Enjambement der Str. II) sprechen eher für siebenversige Strophen.

Inhalt: Minneklage. Der Sprecher entschuldigt in Str. I seine seltene Hinwendung zur Dame und nimmt in der Charakterisierung der Minne mittels der Oxymora ›liebevoll Zürnen‹ und ›schmerzlich Versöhnen‹ (I,6) eine negative Reaktion der Dame vorweg. In Str. II wird eine Klage über die schnell verstreichende Lebenszeit geäußert, die erfolglos für den Dienst aufgebracht wurde. In Str. III argumentiert das Ich für den ihm zustehenden Lohn, indem es die Dame ermahnt, nicht wie die boͤsen (E III,4) zu handeln, die zwar Lohn für guten Dienst versprechen, dem Versprechen aber nicht nachkommen.

Das zwei­stro­phige Lied C 248f. kombiniert Str. I und III ohne das vanitas-Motiv der zweiten Strophe der Parallelüberlieferung. Ausgehend von der sechs­stro­phigen Fassung C 244–249 fassen Henkes/Schmitz, S. 117ff., C 248 wegen des Fehlens der frowen-Apostrophe (im Gegensatz zu C 405–407) als Frauenstrophe und C 249 als Erwiderung des unzufriedenen Sängers auf.

Milena Müller

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