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Überlieferung: unikal in M. CB 112–115 stammen wahrscheinlich aus derselben Quelle wie die im Block CB 132–186 versammelten Liebeslieder mit deutschen Strophen. Sie wurden wohl wegen einiger Klagemotive in den vorausgehenden Abschnitt der rein lateinischen Liebesklagen (planctus, CB 97–131) eingefügt (vgl. Wachinger, S. 285f.).
Form (lateinische Strophen): 8' 8' 8' 8' 8' 8' 8' ‖ abab cxc
In III,5–7 liegt statt cxc das Schema ccc vor. In IV,6 fehlen zwei Silben. Spanke und Beatie halten die Form »mit dem Korn [der Waise?] an 6. Stelle« für deutschen Ursprungs (Spanke, Sp. 42; Beatie, S. 386). Dieses Reimschema tritt auch in CB 113, 150 und 166 auf, alles Lieder mit Parallelüberlieferung, bei denen die deutsche Strophe als primär gilt.
Form (deutsche Strophe): .4a .4b / .4a .4b // 4c .4x .4c
Kanzonenstrophe. V. 1 und V. 3 reimen unrein. Die lateinischen Strophen und die deutsche stimmen formal und metrisch überein. Der Anklang an C Diet 28 in V,1f., die Kanzonenform sowie die Liedfolge in der Handschrift (CB 113 = C Diet 1) lassen die Vermutung zu, dass die lateinischen Strophen nach dem Vorbild der deutschen Strophe gedichtet wurden (siehe oben).
Inhalt: Der Natureingang ist denkbar kurz (I,1f.) und fungiert lediglich als Überleitung zum Thema, er wird aber in Strophe III fortgeführt (oder wäre sie vorzuziehen?). Der Frühling erweckt im Sänger Liebesverlangen, das freilich unerfüllt bleibt. Dies gibt Anlass zu einem Appell an Venus, zur Klage, zur Bitte an die Geliebte, zum Frauenpreis. CB 114 zeigt in Aufbau, Form und Ausdruck deutliche Ähnlichkeit mit CB 139, 140 und 142.
Die deutsche Strophe enthält einen Segenswunsch für die Geliebte. Die Aussage ist zweideutig: getrostet und genade können, müssen aber nicht sexuell verstanden werden.
Theresa Höfle / Florian Kragl