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Leuthold von Seven, ›Mir gab ein sinnic herze rat‹ (A 12 13 14)Lied zurückLied vorDrucker

Kommentar

Überlieferung: Während A ein dreistrophiges Lied unter Leuthold von Seven führt, überliefert B ein vierstrophiges unter Heinrich von Rugge, C unter Rugge und Reinmar. In B eröffnet dieses die Rugge-Sammlung. Was die Autorfrage angeht, so ist angesichts der Zusammensetzung des A-Korpus eine Autorschaft Leutholds unwahrscheinlich. Schwierig zu entscheiden ist hingegen, ob Reinmar oder Rugge als Autor anzusehen ist. Denn die sogenannte Reinmar-Rugge-Vermischung in BC hat hier die Verhältnisse verunklart. Sie führt dazu, dass C das Lied zweimal überliefert, nämlich unter Reinmar und unter Rugge. Wenn man von der Verfasserschaft Heinrichs von Rugge oder Reinmars ausgeht, dann hat auch die vierstrophige Fassung einen gewissen Vorrang gegenüber der dreistrophigen. Insofern mag es erlaubt sein, letztere als Reduktionsform ersterer zu beschreiben: Indem sie die letzte Strophe, bei der es sich um eine Frauenstrophe handelt, weglässt, macht die Leuthold-Fassung aus einem Wechsel ein reines Männerlied. Außerdem stellt es die letzte der drei Männerstrophen an die erste Stelle, sodass diese nun die Argumenation eröffnet. Offenbar handelt es sich um eine bewusste Umstellung und eine bewusste Aussparung, denn wenn man die vier Fassungen auf der mikrostrukturellen Ebene vergleicht, gibt die nur geringe Varianz Anlass zu der Vermutung, dass sie alle vier auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen.

Form: .4a .4b / .4a .4b // .4c .4d .4c .4d

Der Abgesang entspricht dem Aufgesang.

Inhalt: Die vierstrophige Reinmar/Rugge-Fassung zerfällt in zwei Teile: Die Männerstrophen formulieren einen Frauenpreis, und die Frauenstrophe übernimmt diese Perspektive insofern, als sie Wohlgefallen am Mann und an dessen Dienst äußert.

In der dreistrophigen Leuthold-Fassung steht das Frauenlob für sich, es fehlt seine Bestätigung aus der Sicht der Angesprochenen. Außerdem rückt hier die Publikumsapostrophe vom Anfang an den Schluss des Liedes, womit sie als Konsequenz, nicht mehr als Ausgangspunkt der Lobrede des Sängers erscheint.

Manuel Braun

 A Leuth 12 = MF 103,11Zitieren
Digitalisat
Kleine Heidelberger Liederhandschrift (Heidelberg, UB, cpg 357), fol. 37r
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 I
 A Leuth 13 = MF 103,19Zitieren
Digitalisat
Kleine Heidelberger Liederhandschrift (Heidelberg, UB, cpg 357), fol. 37r
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 II
 A Leuth 14 = MF 103,3Zitieren
Digitalisat
Kleine Heidelberger Liederhandschrift (Heidelberg, UB, cpg 357), fol. 37r
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 III
Vignette