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Ulrich von Winterstetten, ›Uf lieben wan ich alles gan der schonen under oͮgen‹ (C 1) Lied vorDruckerTEI Icon

Überlieferung

C Wint 1

Kommentar

Überlieferung: unikal in C.

Form: Vgl. Leichschema. Der aus wenigen Bautypen zusammengesetzte Leich von »äußerste[r] Einfachheit« (Kuhn, S. 99) besteht überwiegend aus Versikeln mit drei Reimklängen, wobei die ersten beiden Reime sehr kurze Textabschnitte von zwei Hebungen (A, B) oder gar nur einer Hebung (C) beschließen, was den Ansatz von Binnenreimen rechtfertigt.

Die Versikel B und C zerfallen hinsichtlich der Auftaktgestaltung nach Reimen im Versinneren in verschiedene Varianten. Wenn man allerdings von Binnenkadenzen ausgeht, wird diese Varianz von der Elision kaschiert und ist nur am Schriftbild sichtbar, im Vortrag aber nicht hörbar.

Die einzelnen Versikel werden stets paarig wiederholt, sodass Gruppen zu meist zwei (B, C), seltener vier (A, D, E) Versen entstehen. Häufig stehen zwei gleich gebaute Doppelversikel hintereinander.

Die Makrostruktur ist von großflächigen Wiederholungen geprägt. Nach einem kurzen Eröffnungsteil (V. 1–4) folgt ein längerer Abschnitt (V. 5–16), der später (V. 27–38) nochmals fast baugleich begegnet. Dazwischen (V. 17–26) und danach (V. 39–46) stehen Abschnitte, die ebenfalls zuerst über einige Versikel hin diese Struktur wiederholen, dann aber einen anderen Schluss finden; diese enttäuschte Erwartungshaltung könnte den Schreiber dazu angeregt haben, vor V. 23 ein Paragraphenzeichen zu setzen (weitere Gliederungssignale gibt es nicht). Der Schluss des Leichs (V. 47–50) wird abermals von einer solchen, nun aber kürzenden Wiederholung angezeigt. Mikrostrukturell auffällig ist der häufige Gebrauch von Enjambements.

Kuhn, S. 105 verbucht den Leich als Kleinform von Ulrichs Leich IV und stellt ihn damit zum Estampie-Typus, der auch in Ulrichs Leich V greifbar wird.

Inhalt: Minneleich. Das Ich klagt und reflektiert im Modus der Hohen Minne, gelegentlich sind Frauenpreis-Partien eingestreut. Über weite Strecken spricht das Ich über seine Minne, direkte Adressen an die frouwe sind selten. Die Schlusswendung des Leichs bringt die Paradoxie dieses Minnekonzepts insofern auf den Begriff, als sich das Ich bestätigen lässt, dass die Frau ihm ihre helfe (48) geben solle, damit er nicht (metaphorisch oder realiter) alt werde, diese Bestätigung aber von frechen (49) kommt.

Florian Kragl

 C Wint 1 = KLD 59 Leich IZitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 85ra
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