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Günther von dem Forste, ›So wol mich, daz ich han vernomen‹ (C 13–35) Lied zurückLied vorDruckerTEI Icon

Kommentar

Überlieferung: Das Tagelied ist in identischer Strophenreihenfolge und mit weitgehend übereinstimmendem Text in A und C tradiert.

Form: .4a .4b / .4a .4b // .3c .3-x .4c //R .2d .3-x .4d.

Die Kanzonen­stro­phen sind bezüglich Auftaktsetzung und Alternation äußerst sorgfältig gebaut. Auffällig ist die Vielzahl an Responsionsreimen (vgl. die Übersicht in von Kraus, S. 171f.), die, gemeinsam mit den Refrains, die Einzel­stro­phen formal verbinden.

Inhalt: Umfangreichstes Tagelied des deutschen Mittelalters, das durch seine Kombination von »bekannten Inhalten u. neueingefügten epischen Elementen« (Kiening, S. 502) mit den Konventionen der Gattung spielt. Es erweitert dafür die typische Tagelied-Situation um Publikumsanreden (Str. I u. XIX) sowie um eine Vorgeschichte, die von einem ersten, erfolglosen Treffen der Liebenden berichtet (Str. III). Der nach der schlussendlich doch zustande gekommenen Liebesnacht (Str. IVf.) drohende Abschied (Str. VI) erfolgt nach einer erneuten Liebesvereingung (Str. XX), der allerdings ein 13 Strophen umfassender Dialog zwischen frowe und ritter vorausgeht. Dieser widmet sich Konstanten des höfischen Minnedienstes (z. B. mâze [Str. XI], triuwe [Str. IX], leit [Str. X, XIV, XVI], vgl. dazu Pastor, S. 388–407}, anders Schnyder). Die gattungstypischen Elemente des Tagesanbruches und des damit verbundenen Kummers des Liebespaares werden ausschließlich über die Refrains eingelöst (dazu Backes, S. 262.

Stephanie Seidl

Kommentar veröffentlicht am 01.01.2019; zuletzt geändert am 03.05.2024.
Gehört zur Anthologie: Tagelied
 C Günth 30 = KLD 17 V 18Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 315vb
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