Die Einstellungen der Textansicht wurden gespeichert.

Sie bleiben auf diesem Rechner und in diesem Browser als Standardeinstellungen gültig, bis Sie sie mit anderen Einstellungen überschreiben.
›Cedit, hyemps, tua duricies‹ (M Namenl/56v/1 1–5) DruckerTEI Icon

Überlieferung

M Namenl/56v/1 1–5

Kommentar

Überlieferung: unikal in M.

Form (lateinische Strophen): 10' 10' 10' 10' 10' ‖ aaaaa

I,5 hat eine Silbe zu viel. Die lateinischen Verse streben rein quantitierende Daktylen als Versmaß an.

Form (deutsche Strophe): .4a .4a 4a 4a .5a*6a

Str. V weist Ähnlichkeit mit Walthers von der Vogelweide Winterklage B Wa 40f. et al. auf (vgl. Wa/Bei, S. 123). Die Strophe und Walthers Lied haben eine ähnliche oder auch (je nach Deutung) dieselbe metrische (oft daktylische) Form, das Reimschema ist identisch, auch Thematik und Lexematik erscheinen verwandt (vgl. Hennings, S. 142). Was hier das Ältere wäre, ist eine offene und strittige Frage (Beatie, S. 375ff.: Primat Walthers; CB/V: Primat des Carmen). Auffällig ist, dass quantitierende Daktylen in den Carmina Burana sonst nur in CB 116 vorkommen und in der zeitlichen Periode rhythmisierender Lyrik generell selten sind. Ob dies als Indiz taugt, dass die lateinischen Strophen das Schema von Strophe V übersteigern und daher später anzusetzen sind, ist aber fraglich (vgl. Beatie, S. 377).

Inhalt: Das Lied lässt sich beschreiben als ein prolongierter Natureingang (I bis III), im Zentrum steht der Jahreszeitenwechsel beim beginnenden Frühling. Der soziale Aspekt wird erst in III,7 kurz angedeutet, gipfelt dann aber sogleich in einer an Amor adressierten Bitte des Ichs um Beistand in Liebesdingen, schließend mit einer einigermaßen derben Pointe, die den zuerst pseudo-frommen Ton der gebetsartigen Adresse ironisiert.

Die deutsche Strophe kehrt zum Naturthema zurück, sie liest sich wie eine stichwortartige Zusammenfassung der ersten drei lateinischen Strophen. Ob die deutsche Strophe, entstehungsgeschichtlich, die lateinischen Strophen rafft oder ob diese den Inhalt der deutschen Strophe ausfalten, ist nicht sicher zu entscheiden.

Theresa Höf‌le / Florian Kragl

Kommentar veröffentlicht am 04.04.2024; zuletzt geändert am 06.05.2024.
Gehört zur Anthologie: Allgemeines Minnelied
 M Namenl/56v/1 1 = CB 135,1Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 56v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 I
 
 M Namenl/56v/1 2 = CB 135,2Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 56v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 II
 
 M Namenl/56v/1 3 = CB 135,3Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 56v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 III
 
 M Namenl/56v/1 4 = CB 135,4Zitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 56v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 IV
 
 M Namenl/56v/1 5 = CB 135aZitieren
Digitalisat
Codex Buranus (München, BSB, Clm 4660), fol. 56v
Logo DFG-Viewer Bild nach oben scrollen Bild nach unten scrollen Bild schließen
 V
 
 
Vignette