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Reinmar, ›Do ich das gruͤne loͮb ersach‹ (C 140–144) DruckerTEI Icon

Kommentar

Überlieferung: Ein fünf­stro­phiges Lied führt C unter Reinmar. Die drei mittleren Strophen tradiert A als eigene Version unter Niune: Str. A II und III sind dabei im Vergleich mit C vertauscht. Auch unterscheidet sich der Aufgesang der Str. AC III voneinander, der in A III formal in zwei Versen vom Schema abweicht.

Form: .4a .4b / .4a .4b // .4c .4c .2c

Die Verse A III,1/3 haben weibliche Kadenz, A III,1–3 sind ohne Auftakt; Auftakt fehlt auch bei A II,1/3.

Inhalt: Freudenlied in A. In C setzt die Beschwerde über die Gesellschaft (Str. C V) eine andere Nuance.

In der drei­stro­phigen A-Version werden im Sommer-Natureingang die wunnecliche[n] (Str. A I,1) Blumen vor Augen gerufen; die not (Str. A I,4) der Nachtigall, die das Ich singen hörte, ist vergangen. Erst mit Str. A II kommt das Minnethema ausdrücklich ins Lied: Das Ich hofft auf die Freude der Liebeserfüllung (Str. A II), die nahezu sicher scheint (Str. A II,1: Mir enmac niht missegan). Abschließend beteuert der Sprecher, der Geliebten stets treu zu dienen (undertan zu sein, Str. A III,4) und steter vreiden riche (Str. A III,1) zu sein.

In der fünf­stro­phigen C-Version erstreckt sich der Natureingang über zwei Strophen. Die erste, unikal überlieferte, verbindet Frühlingsbeginn und Minnethema: Die Freude des Ichs trifft mit dem grünen Laub zusammen, auch ist es durch die Geliebte vil wunneklichen wol gemuͦt (Str. C I, 5). Str. C II entspricht weitgehend Str. A I, durch das Präsens in C II,3 (der viol, der ist wol getan) werden dabei Frühlingsgegenwart und Wintervergangenheit stärker als in A kontrastiert.

Str. C III bricht zum Minnethema um, wobei am Strophenbeginn durch den Anschluss an Str. C II in der Schwebe scheint, welches Si das Ich von sorgen befreit hat (C III,1): die Dame oder die Nachtigall (MF/MT stellen die ersten beiden Strophen um). Das Ich setzt ›sie‹ im Folgenden anders als in der A-Version in eine ungewöhnliche, konkrete Relation: Es lobt, außer ihr hätten das viertausend Frauen nicht geschafft (C III,3f.). Sein leit wird gewendet durch die guͤte der Geliebten, die das Ich sich – auch dies ein Unterschied zu A – möglichen Einwänden zum Trotz (C III,7) ze fru̍nde bereit hat.

Nach Str. C IV, mit der das Ich die Hoffnung auf Liebeserfüllung ausdrückt, weitet die unikal überlieferte Strophe C V die Anspielung in C III,7 aus und widmet sich der Gesellschaft, die sich mit arger list (C V,5) und arbeit (C V,4) der Liebe des Ichs entgegenstellt.

Simone Leidinger

Kommentar veröffentlicht am 21.01.2022; zuletzt geändert am 14.06.2022.
Gehört zur Anthologie: Minne- bzw. Werbelied
 C Reinm 140 = MF 184,3Zitieren
Digitalisat
Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 103vb
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 I
 
 C Reinm 141 = MF 183,33Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 103vb
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 II
 
 C Reinm 142 = MF 184,10Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 103vb
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 III
 
 C Reinm 143 = MF 184,17Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 103vb
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 IV
 
 C Reinm 144 = MF 184,24Zitieren
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Große Heidelberger Liederhandschrift, Codex Manesse (Heidelberg, UB, cpg 848), fol. 103vb
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